Vergangene Woche haben wir ein Redesign eines bekannten Online-Shops für Studenten gepitcht. Um unser Designkonzept ausführlich begründen zu können, haben wir die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Online-Shops in diesem Markt (Jugendliche, Studenten) analysiert und recherchiert und folgendermaßen zusammengefasst.
Kundenzufriedenheit an die absolute Grenze treiben
Jugendliche und Studenten sind ein ausgesprochen lukratives Online-Klientel, die selbst im Alter zwischen 16 und 18 bereits 4-stellige Euro-Beträge in Online-Shops ausgeben. Um diese Zielgruppe gut zu erreichen, gilt es die Jugendlichen direkt anzusprechen und ihnen ein „gutes Gefühl“ zu vermitteln.
Die MTV Generation erwartet auch in Online-Shops überdurchschnittlich viele visuelle Elemente und reagiert durchaus positiv auf „freches oder direktes Marketing“. Sie erwartet wenig Text, kompakte Informationen, viele Bilder und Videos, englischsprachige Begriffe und die persönliche Anrede. Online-Shopping ist für diese Zielgruppe ein alltägliches Erlebnis, wodurch das Kundenbindungspotenzial sehr hoch ist.
Nicht außer Acht zu lassen ist auch das Budget der Zielgruppe. Zwar gönnen sie sich gern ein iPad oder den neuesten Laptop, jedoch achten Sie auch auf Nebenkosten wie Versandkosten (diese sollten ab einem bestimmten Wareneinkaufswert wegfallen), oder Zahlungsmöglichkeiten (Besonders Prepaid-Zahlverfahren wie die PaySafeCard sind bei Jugendlichen (Schülern) enorm beliebt).
In der heutigen Zeit sind Elemente wie Social Media und Communities für Shop-Anbieter nicht wegzudenken. Jugendliche und Studenten sind extrem communityerfahren und haben stets ein großes Mitteilungsbedürfnis. Plattformen wie Facebook oder StudiVZ können optimal für die Vermarktung genutzt werden. Diese Zielgruppe ist sehr markenverbunden und besitzt damit einen hohen „Fan-Faktor“.
Gutscheine für den ersten oder erneuten Einkauf treffen zudem auf das Interesse der Zielgruppe und können die Kundenbindung durch eindeutige Vorteile stark erhöhen.
(Quelle: iBusiness Dossier über Marketing für Online-Shops)
88% mehr Wiederkäufer dank Kundenbewertungen
Es gibt keinen Grund sich vor möglichen negativen Bewertungen zu fürchten, denn die viralen Fähigkeiten von Kundenbewertungssystemen sind eindeutig. Die Onlineprinter GmbH, Betreiber des Online-Shops “DieDruckerei.de”, hat 2009 das Kundenbewertungssystem von Trusted Shops in ihren Shop eingebunden und innerhalb eines Jahres über 10.000 Kundenbewertungen gesammelt. Das Unternehmen hat daraufhin Bilanz gezogen und die Ergebnisse veröffentlicht:
- eine gestiegene Neukundenkonversionsrate (von 9,73 auf 11 %)
- ein höherer Stammkundenanteil (von 80 auf 85 %)
- eine verringerte Abbruchquote (von 30,1 auf 27 %)
- eine massiv erhöhte Wiederkäuferrate (+88 %)
Neben einfachen Kundenbewertungen sind auch virale Effekte wie der “Retweet” Button und der Facebook “Gefällt mir” Button von hoher Bedeutung für die erfolgreiche Verbreitung von Online-Shops. Bereits heute verwenden 36 % der deutschen Onlineshops Twitter und weitere 20% haben diese Funktion in Planung (ibi research). Insbesondere für Online-Shops mit dieser Zielgruppe ist der “Gefällt mir” Button von besonderer Bedeutung. Gefällt einem Kunden das angebotene Produkt, kann dieser mit nur einem Klick auf den Button in Sekundenschnelle kostenfreie Werbung an eine Vielzahl seiner Freunde senden. Facebook stellt dabei frei, Kommentare zu erlauben, oder auch Käufer direkt auf der Seite zu integrieren. Auch StudiVZ ist hier für den deutschen Markt von hoher Bedeutung.
Usability als entscheidenden Imagetreiber werten
Die nutzerfreundliche Gestaltung ist entscheidend für Erfolg oder Misserfolg eines Online-Shops. Dabei spielen die Gestaltung des Produktangebots und die Auswahl der Bezahlmöglichkeiten genauso eine maßgebliche Rolle wie die einfache Bedienung der Suche oder des Warenkorbs. Darüber hinaus kann eine unübersichtliche Startseite, eine Registrierungspflicht bei der Bestellung, oder eine unzureichende Produktauswahl dazu führen, dass Besucher des Online-Shops diesen trotz Kaufabsicht wieder verlassen.
Insbesondere die Generation der „Digital Natives“ ist extrem internetaffin und hat damit einen deutlich höheren Anspruch an Usability und Funktionalität.
Aufpassen vor Check-Out-Killern
Webcredible, ein englischer Spezialist für User Experience und Design, hat 1.267 Online-Nutzer befragt, was sie zum Ausstieg aus einem Checkout-Vorgang treibt.
- 41% Versteckte Kosten im Bestellprozess
- 29% Registrierungspflicht
- 11% Unklare Lieferbedingungen
- 10% Langer Bestellprozess
- 8% Keine(n) Support / Telefonnummer auf der Webseite
Versteckte Kosten im Registrierungsprozess und der Zwang zur Anmeldung im Online-Shop sind große Hindernisse, die Käufer schnell dazu bewegen, die Bestellung abzubrechen. Auch lange Bestellprozesse können hinderlich sein, hierfür entwickelt sich momentan der “One-Page Checkout” zum Trend für Online-Shops.
Wie man sieht gibt es eine Vielzahl von Merkmalen, die einen guten von einem hervorragenden Online-Shop unterscheiden. Wir hoffen diese Tipps haben euch gefallen und drückt uns die Daumen für den Pitch :)


