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iPhone & iPad Entwicklung / Was sollten Kunden und Entwickler beachten

25. Juni 2010 / Development,Mobile

Seit dem Start des iPads und der Einführung des neuen iPhones häufen sich bei uns wieder die Anfragen für App-Entwicklungen. Grund genug dem Thema wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und über Chancen und Risiken im Mobile Markt zu berichten.  Unser Chef hatte zum Anfang diesen Monats die Aufgabe, ein bisschen Expertenwissen einzusammeln und hat auf der diesjährigen webinale einige interessante Erkenntnisse gewinnen können. Insbesondere Florian Steger, Mitgründer der kupferwerk GmbH, hatte in seiner Präsentation “Anatomie einer erfolgreichen Mobile App” viele wichtige Faktoren bei der Entwicklung von Apps genannt.

Design und Usability bedeutend wichtiger als im Web

iPod, iPhone & iPad User sind extrem anspruchsvoll. Jeder von ihnen hat teures Geld für ein hochwertiges Gerät bezahlt und ist an Qualität gewöhnt. Anders als im Web, wo User gerne mal den ein oder anderen Schnitzer verzeihen, sind Apple User extrem kritisch. Sie erwarten ein einfaches Bedienkonzept, ein einfaches Design, eine eindeutige Logik. Entwickler und Vermarkter müssen sich von Beginn an darauf vorbereiten, permanent ein extrem hohes Niveau an Usability und Design zu erreichen, um den hohen Anspruch der User auch gerecht zu werden. Anders als im Web, können Apple User sehr wohl die Qualität einer Applikation messen, sowohl von der Funktionalität, als auch vom Look & Feel. Viele erfolgreiche Applikationen im App-Store haben aufgrund von Kritik der User nach Veröffentlichung ihr Bedienkonzept völlig verändert. Wer hier bei der Entwicklung und Vermarktung viel Geld durch unnötige Iterationen sparen möchte, kann dies durch ausreichende Usability-Tests von erfahrenen iPhone Usern erreichen.

Der Name folgt der Funktion

Applikationen (weniger Spiele) sollten immer eine Kernfunktion besitzen. Durch das von Apple vorgegebene Bedienkonzept dreht sich eine App immer um eine einzige Funktion (Bilder, Karten, Kamera, Nachrichten o. ä.). Demnach sollte die eigene Applikation diese Eindeutigkeit auch beibehalten und einen genauen Zweck erfüllen. Das macht die App für Interessenten auch einfacher zu finden, denn meistens wird nach dem “Zweck” gesucht.

Ein Beispiel: Eine “Medizin-App”, die zum Beispiel Ärzte in der Nähe auflisten kann und ein Apothekenverzeichnis enthält, ist zu unpräsize und damit schwieriger zu vermarkten. Der normale iPhone User ist es gewohnt im App-Store nach “Apotheke” zu suchen und erwartet zum Beispiel eine App namens “Apothekenfinder”, mit dem klassischen Apothekenlogo.

Die Feedback Funktion ist dein Feind

User bewerten gerne und viel. Das ist auch gut so, denn viele Apps werden im App-Store über Bewertungen beworben. Ist eine App leicht zu bedienen und wird von Usern angenommen, kann sich der Anbieter schnell über gute Bewertungen freuen. Allerdings kann sich die Bewertungsfunktion auch schnell zum Feind entwickeln. Zum Ersten haben User die Angewohnheit, nur zu bewerten, wenn die App nicht so funktioniert wie sie es möchten. Das bedeutet natürlich, dass gute Bewertungen bedeutend seltener eingehen als schlechte – was aber wiederum nicht bedeutet, dass die App auch so schlecht ist, wie sie bewertet wird. Das bringt uns zum zweiten Punkt, User sind nicht fair! Insbesondere bei schneller Weiterentwicklung der Applikation, kann es phasenweise zu unvorhersehbaren Problemen kommen. Zum Beispiel können bei Online-Applikationen Schnittstellen ausfallen, wofür die Entwickler der Applikation gar nicht veranwortlich sind. User strafen diese Probleme allerdings mit eindeutigen Bewertungen, so dass die Durchschnittsbewertung einer Applikation (diese ist entscheidend!) über kurze Zeit rapide sinken kann.

Eine gute App wird schnell zur “Belastung”

Wenn eine App funktioniert, äußert sich das am ehesten in steigenden Benutzerzahlen. Applikationen, die während der Verwendung eine Verbindung zum Internet vorraussetzen und permanent online arbeiten (zum Beispiel News oder Community-Apps) können mit steigendem Wachstum zur echten Serverlast werden. Sollte der Entwickler nach dem Start seiner Anwendung feststellen, dass die Serverkapazitäten seiner Anwendung nicht ausreichen, kann das im schlimmsten Fall sogar Downtimes nach sich ziehen. User sind auch in diesem Fall nicht sonderlich geduldig und erwarten immer, dass eine App schnell und unkompliziert funktioniert.

Als Beispiel veriet Florian Steger einige Zugriffszahlen der SPORT1 App, eine eher durchschnittlich populäre Anwendung mit aktuell 366 Bewertungen (3 Sterne). Aktuell erzeugen die User der App 20 Millionen Pageviews pro Woche und zusätzlich noch mal 3 Millionen Push-Notifications pro Woche. Hier kann man sich leicht ausrechnen, wie schnell die Zugriffszahlen steigen können – als Beispiel, die ran App hat 4470 Bewertungen und wahrscheinlich aufgrund der Popularität mehr als das 10-fache an Zugriffszahlen.

Caching & Pre-Loading unterstützen Usability

Ein großes Problem von Online-Apps sind die netztypischen Verbindungsprobleme. Die meisten User werden es kennen: im WLAN funktioniert alles perfekt, unterwegs funktioniert jeder zweite Aufruf nur stockend. UMTS wäre die ideale Verbindung, nicht selten reicht es aber nur für ISDN-Geschwindigkeiten über EDGE, oder gar GPRS. Entwickler müssen sich auf diese Probleme vorbereiten! Anwendungen in denen beispielsweise geblättert wird (News Apps, Feedreader o. ä.) sollten Caching-Methoden implementieren, um unnötige Wartezeiten zwischen den Seitenwechseln zu verhindern. Auch Bilder (zum Beispiel in Slidern) können vorgeladen werden (Pre-Loading), um das Scrollen für den User angenehmer zu gestalten.

Auch hier sind User sehr kritisch – Verbindungsabbrüche muss die App auffangen, endlose Warteschleifen können ebenfalls mit einer Negativbewertung enden.

Downloadgrenzen von 20 MB

Wahrscheinlich haben diese Beschränkung die wenigsten Entwickler im Auge – Provider sperren Downloads über UMTS ab einer Größe von 20 MB. Das bedeutet, sollte eine App über dieser Größe im App-Store eingestellt werden, gehen hier massive Downloads verloren, da die meistens Downloads im Handynetz stattfinden. Man beachte also, Bilder, Icons oder sonstige Media-Daten die in einer App verwendet werden, sollten immer von einem Web-Server geladen werden.

Statistiken analysieren, um die Applikation zu verbessern

Apple bietet zur Auswertung von Verkaufszahlen / Downloadstatistiken den “iTunes Connect Sales Report”, allerdings ist dieser nur sehr schwer auszuwerten und bietet wenig Übersicht über wirklich kritische Daten. Um die Analyse zu erleichtern, gibt es einige Mac und auch Online-Tools, die diese Reports importieren und grafisch aufwerten können. Das von Entwicklern und Vertrieblern zugleich am meisten eingesetzte Werkzeug ist appFigures, eine Software-as-a-Service Webanwendung, welche noch einige nützliche Zusatzfunktionen (E-Mail Benachrichtigungen, Hourly Rankings) anbietet.

appFigures - Statistik Tool

Letztendlich  ist die Entwicklung für Apple-Geräte eine große Herausforderung für Entwickler und Designer zugleich. Auch wenn Apps nach außen eher simpel und kompakt wirken, stehen die Entwickler doch vor besonders hohen Anforderungen. Wenn das Konzept jedoch gut durchdacht ist, kann sich die Entwicklung schnell lohnen. Nicht wenige Applikationen generieren monatlich 5-stellige Umsätze.

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4 Kommentare

  1. das eine werbeagentur WP für ihre HP nutzt ist doch wirklich mehr als peinlich….

    Kommentar by tja — 1. Juli 2010 @ 19:59

  2. Da haben wir ja Glück gehabt. Denn weder sind wir eine Werbeagentur, noch benutzen wir WordPress für unsere Webseite, sondern nur für unseren Blog ;)

    Kommentar by Christian Reber — 2. Juli 2010 @ 10:09

  3. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Name folgt Funktion. Viele vergessen, wie wichtig es ist sich in die Rolle des Nutzers/Konsumenten zu versetzen. Übrigens: WordPress ist für einen Blog sicherlich nicht die schlechteste Wahl… ;-)

    Kommentar by Dinu Dominic Manns — 7. Juli 2010 @ 15:33

  4. Danke sehr an den Autor.

    Gruss Eike

    Kommentar by Sat Anlage — 18. November 2010 @ 18:17

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