Seit dem Start des iPads und der Einführung des neuen iPhones häufen sich bei uns wieder die Anfragen für App-Entwicklungen. Grund genug dem Thema wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und über Chancen und Risiken im Mobile Markt zu berichten. Unser Chef hatte zum Anfang diesen Monats die Aufgabe, ein bisschen Expertenwissen einzusammeln und hat auf der diesjährigen webinale einige interessante Erkenntnisse gewinnen können. Insbesondere Florian Steger, Mitgründer der kupferwerk GmbH, hatte in seiner Präsentation “Anatomie einer erfolgreichen Mobile App” viele wichtige Faktoren bei der Entwicklung von Apps genannt.
Design und Usability bedeutend wichtiger als im Web
iPod, iPhone & iPad User sind extrem anspruchsvoll. Jeder von ihnen hat teures Geld für ein hochwertiges Gerät bezahlt und ist an Qualität gewöhnt. Anders als im Web, wo User gerne mal den ein oder anderen Schnitzer verzeihen, sind Apple User extrem kritisch. Sie erwarten ein einfaches Bedienkonzept, ein einfaches Design, eine eindeutige Logik. Entwickler und Vermarkter müssen sich von Beginn an darauf vorbereiten, permanent ein extrem hohes Niveau an Usability und Design zu erreichen, um den hohen Anspruch der User auch gerecht zu werden. Anders als im Web, können Apple User sehr wohl die Qualität einer Applikation messen, sowohl von der Funktionalität, als auch vom Look & Feel. Viele erfolgreiche Applikationen im App-Store haben aufgrund von Kritik der User nach Veröffentlichung ihr Bedienkonzept völlig verändert. Wer hier bei der Entwicklung und Vermarktung viel Geld durch unnötige Iterationen sparen möchte, kann dies durch ausreichende Usability-Tests von erfahrenen iPhone Usern erreichen.
Der Name folgt der Funktion
Applikationen (weniger Spiele) sollten immer eine Kernfunktion besitzen. Durch das von Apple vorgegebene Bedienkonzept dreht sich eine App immer um eine einzige Funktion (Bilder, Karten, Kamera, Nachrichten o. ä.). Demnach sollte die eigene Applikation diese Eindeutigkeit auch beibehalten und einen genauen Zweck erfüllen. Das macht die App für Interessenten auch einfacher zu finden, denn meistens wird nach dem “Zweck” gesucht.
Ein Beispiel: Eine “Medizin-App”, die zum Beispiel Ärzte in der Nähe auflisten kann und ein Apothekenverzeichnis enthält, ist zu unpräsize und damit schwieriger zu vermarkten. Der normale iPhone User ist es gewohnt im App-Store nach “Apotheke” zu suchen und erwartet zum Beispiel eine App namens “Apothekenfinder”, mit dem klassischen Apothekenlogo.
Die Feedback Funktion ist dein Feind
User bewerten gerne und viel. Das ist auch gut so, denn viele Apps werden im App-Store über Bewertungen beworben. Ist eine App leicht zu bedienen und wird von Usern angenommen, kann sich der Anbieter schnell über gute Bewertungen freuen. Allerdings kann sich die Bewertungsfunktion auch schnell zum Feind entwickeln. Zum Ersten haben User die Angewohnheit, nur zu bewerten, wenn die App nicht so funktioniert wie sie es möchten. Das bedeutet natürlich, dass gute Bewertungen bedeutend seltener eingehen als schlechte – was aber wiederum nicht bedeutet, dass die App auch so schlecht ist, wie sie bewertet wird. Das bringt uns zum zweiten Punkt, User sind nicht fair! Insbesondere bei schneller Weiterentwicklung der Applikation, kann es phasenweise zu unvorhersehbaren Problemen kommen. Zum Beispiel können bei Online-Applikationen Schnittstellen ausfallen, wofür die Entwickler der Applikation gar nicht veranwortlich sind. User strafen diese Probleme allerdings mit eindeutigen Bewertungen, so dass die Durchschnittsbewertung einer Applikation (diese ist entscheidend!) über kurze Zeit rapide sinken kann.
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